Glossar
Ein Nachschlagewerk für die Fachbegriffe und projektspezifischen Begriffe, die in
strahlenschutz-cli vorkommen. Das Fachgebiet ist das deutsche Messnetz zur
Strahlenüberwachung; dieses Glossar nennt neben dem deutschen Originalbegriff den in CLI/API
verwendeten Begriff (sofern es einen gibt).
Übersetzungstabelle. Die CLI verwendet diese Entsprechungen:
Deutsch Englisch / API-Begriff Ortsdosisleistung (ODL) ambient gamma dose rate Messstelle / Sonde measurement station / probe Kennung (kenn) station id Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) Federal Office for Radiation Protection Zeitreihe time series
Das Messprogramm
Strahlenschutz. Das Politikfeld, dem diese API dient – die Überwachung der Umweltradioaktivität zum Schutz der Bevölkerung.
BfS – Bundesamt für Strahlenschutz. Die Bundesbehörde, die das bundesweite Messnetz für die Gamma-Ortsdosisleistung betreibt und dessen Messwerte als Open Data veröffentlicht.
ODL-Info. Das öffentliche Angebot des BfS (odlinfo.bfs.de),
das die Daten zur Gamma-Ortsdosisleistung für die Öffentlichkeit aufbereitet; dahinter steht der
Open-Data-Endpoint, den dieses Tool einbindet.
IMIS – Integriertes Mess- und Informationssystem. Das System zur Überwachung der
Umweltradioaktivität in Deutschland. Der Open-Data-Dienst läuft unter imis.bfs.de.
Was gemessen wird
ODL – Ortsdosisleistung. Die Messgröße dieses Messnetzes: die Dosisleistung der Gammastrahlung an einem Ort, also wie viel ionisierende Gammastrahlung pro Zeiteinheit vorhanden ist. Angegeben je Messstelle.
µSv/h (Mikrosievert pro Stunde). Die Einheit, in der die Gamma-Ortsdosisleistung angegeben wird. Das Sievert (Sv) ist die SI-Einheit der Äquivalentdosis; bei normaler Untergrundstrahlung liegen die Messwerte bei einem Bruchteil eines Mikrosieverts pro Stunde.
Messwert. Ein einzelner ODL-Wert einer Messstelle zu einem Zeitpunkt, enthalten in den
properties eines GeoJSON-Features.
Messstellen & Geografie
Messstelle / Sonde. Ein fest installierter Sensor im Messnetz des BfS, der die Gamma-Ortsdosisleistung vor Ort misst. Rund 1.700 Sonden decken Deutschland ab.
kenn (Messstellen-ID). Die Kennung der Messstelle. Eine numerische Zeichenkette mit
festem Format (nur Ziffern), z. B. 091811461. Der Client prüft das Format (nur Ziffern, nicht
leer), bevor er sie in den WFS-CQL_FILTER einsetzt (kenn='<id>'). CLI:
station <kenn>, --station <kenn>, timeseries <kenn>.
GeoJSON-Feature. Ein Element der Antwort: eine Messstelle mit ihrem Messwert, mit einer
geometry (meist ein Point mit [lon, lat]-Koordinaten) und einem properties-Objekt, das die
Metadaten der Messstelle und den ODL-Wert enthält.
FeatureCollection. Eine WFS-GetFeature-Antwort als GeoJSON: eine Hülle
type: "FeatureCollection" mit einem Array features, dazu optional die Felder
totalFeatures, numberReturned und timeStamp.
Feature-Arten (Ressourcen)
Der Dienst veröffentlicht drei WFS-Feature-Typen, die Client und CLI als verständliche
„Feature-Arten“ bereitstellen und ihrem WFS-typeName zuordnen:
latest. Der jeweils neueste ODL-Messwert je Messstelle.
WFS-typeName: opendata:odlinfo_odl_1h_latest. CLI: latest, station.
ts-1h (stündliche Zeitreihe). Die ODL-Zeitreihe einer Messstelle aus Stundenmittelwerten.
WFS-typeName: opendata:odlinfo_timeseries_odl_1h. CLI:
timeseries --resolution ts-1h (Standard).
ts-24h (tägliche Zeitreihe). Die ODL-Zeitreihe einer Messstelle aus Tagesmittelwerten.
WFS-typeName: opendata:odlinfo_timeseries_odl_24h. CLI:
timeseries --resolution ts-24h.
Diese Werte bilden das const-Array FeatureKindValues; die Map TYPE_NAMES (beide exportiert)
übersetzt jede Feature-Art in ihren WFS-typeName.
Die WFS-Schnittstelle
WFS – Web Feature Service. Der OGC-Standard, den der Open-Data-Endpoint des BfS spricht (Version 2.0). Der Client setzt die immer gleichen Standardparameter selbst, sodass Aufrufer sie nie von Hand angeben müssen.
OGC – Open Geospatial Consortium. Das Standardisierungsgremium hinter WFS. (GeoJSON ist kein OGC-Standard, sondern von der IETF in RFC 7946 festgelegt.)
ows-Endpoint. Der einzige Dienstpfad, den der Client anspricht:
/ogc/opendata/ows auf https://www.imis.bfs.de.
GetFeature. Die WFS-Operation, die Features abruft. Der Client sendet bei jedem Aufruf die
festen Parameter service=WFS, request=GetFeature und
outputFormat=application/json.
typeName. Der WFS-Parameter, der den abzurufenden Feature-Typ benennt (z. B.
opendata:odlinfo_odl_1h_latest); er wird über TYPE_NAMES aus der gewählten Feature-Art
gesetzt.
CQL_FILTER. Der OGC-CQL-Filterausdruck, der serverseitig angewendet wird. Die Filterung nach
Messstelle wird als CQL_FILTER=kenn='<id>' ausgedrückt. (Die frühere Form viewparams=kenn:<id>
ignoriert dieser Server beim Typ latest stillschweigend, deshalb wird sie nicht verwendet.)
count. Der WFS-2.0-Parameter zur Begrenzung der Ergebnisanzahl (--max in der CLI). Das
maxFeatures aus WFS 1.x ignoriert dieser Server stillschweigend, deshalb sendet der Client
immer count.
startIndex. Der Paginierungs-Offset in WFS 2.0 (--start in der CLI). Er wird nur
zusammen mit einem count berücksichtigt; ein alleinstehender startIndex wird mit HTTP 400
abgelehnt, deshalb setzt der Client beim Blättern ohne ausdrückliches Limit eine
Standard-Seitengröße (1000).
sortBy. Der WFS-Parameter, der die Eigenschaft bestimmt, nach der sortiert wird; für
absteigende Reihenfolge hängen Sie ` D an (mit Leerzeichen, z. B. end_measure D)
(CLI: –sort
outputFormat. Fest auf application/json gesetzt, damit jede Antwort GeoJSON ist.
Abfrageoptionen des Clients
FeatureQuery. Das Abfrageobjekt, das die Methoden des Clients entgegennehmen:
station (→ CQL_FILTER=kenn='<id>'), sortBy, maxFeatures (→ count) und
startIndex.
maxFeatures (--max). Höchstzahl der zurückzugebenden Features; wird als
WFS-2.0-Parameter count übertragen.
startIndex (--start). Offset für die Paginierung.
Such- & API-Konzepte
Leeres Ergebnis vs. nicht gefunden. Der WFS liefert für eine unbekannte kenn eine leere
FeatureCollection mit HTTP 200, nie einen 404. Bei der Abfrage einer einzelnen Messstelle
(station <kenn>) wertet die CLI „keine Features“ als nicht gefunden und löst
StrahlNotFoundError aus, der auf den Exit-Code 4 abgebildet wird. timeseries <kenn> und
latest --station <kenn> geben die leere Collection dagegen mit Exit-Code 0 aus: Auch eine
echte Messstelle kann eine leere Zeitreihe haben (eine defekt-Messstelle oder ts-24h), ein
leeres Ergebnis beweist dort also nicht, dass die Kennung unbekannt ist.
Rate Limiting / vorübergehende Fehler. Die Status 429 und 503 gelten als
vorübergehend und werden automatisch mit linearem Backoff wiederholt (--max-retries,
StrahlApiError.isRetryable).
Entfernen von Zugangsdaten beim Wechsel des Origins. Bei einer Weiterleitung auf einen anderen
Origin entfernt die Engine Header mit Zugangsdaten (Authorization/X-API-Key/Cookie);
eine Weiterleitung mit Downgrade von https→http wird grundsätzlich abgelehnt.
Nur lesend, keine Authentifizierung. Der Open-Data-WFS von ODL-Info braucht keinen
Schlüssel; dieser Client stellt ausschließlich lesende GET-Anfragen.
Bibliothek & Interna. Begriffe zum TypeScript-Client und seinen Interna –
StrahlenschutzClient, die Request-Engine, Transport, Retry/Backoff, Fehlertypen, Query-Builder,FeatureKindValues/TYPE_NAMES, die Validierung vonkenn– stehen jetzt in DEVELOPING.md.